Lösungsmittelfrei oder trocken kaschieren: welche Route Ihr Verbund braucht

2026-10-27 10:45 XIAOPAI

Lösungsmittelfrei oder trocken kaschieren: welche Route Ihr Verbund braucht

Die Entscheidung zwischen lösungsmittelfreier und trockener Kaschierung wird häufig als Energiefrage geführt. Sie ist in Wahrheit eine Frage des Verbundaufbaus: Manche Strukturen lassen sich lösungsmittelfrei wirtschaftlich herstellen, andere nicht – und das entscheidet sich am Substrat, nicht an der Stromrechnung. Dieser Beitrag ordnet die beiden Routen nach Produktaufbau, damit die Entscheidung dort fällt, wo sie hingehört.

Kaschieranlage ohne Lösungsmittel mit Fünfwalzen-Auftragswerk im Produktionsbetrieb

Die beiden Routen in einem Satz


LösungsmittelfreiTrockenkaschierung (lösungsmittelbasiert)
Klebstoff100 % Feststoff, Zweikomponentein Lösungsmittel gelöst, im Trockentunnel entzogen
Trockentunnelnicht vorhandenerforderlich, 30 bis 40 m
Schichtdickedünn, gleichmäßigdicker, anpassbar
Poröse Substrateempfindlichtoleranter
Lösungsmittelrückstandkeinermuss beherrscht werden

Welche Verbunde lösungsmittelfrei laufen

Die klassischen Lebensmittelverbunde laufen lösungsmittelfrei: BOPP/CPP, PET/PE, PET/Al/PE, PET/PET. Der Klebstoffauftrag liegt bei 1,2 bis 2,5 g/m², die Aushärtung erfolgt über 24 bis 72 Stunden. Für Aluminiumverbunde ist die Technik besonders geeignet, weil eine dünne, gleichmäßige Schicht Fehlstellen minimiert – und Fehlstellen sind bei Aluminium sofort sichtbar.

Die Grenze liegt bei sehr porösen Substraten. Kraftpapier und bestimmte gestrichene Kartonagen nehmen den Klebstoff auf, sodass die Schicht zu dünn wird. Hier hilft entweder eine Vorbehandlung oder die Rückkehr zur Trockenkaschierung.

Welche Verbunde die Trockenroute brauchen

Die Trockenkaschierung bleibt sinnvoll, wenn ein dickerer Klebstoffauftrag nötig ist, wenn das Substrat porös ist oder wenn eine Struktur verlangt wird, die mit 100-Prozent-Systemen nicht erreichbar ist. Sie bleibt außerdem dann sinnvoll, wenn eine bestehende Anlage noch Jahre läuft und die Abschreibung bereits durch ist – ein Punkt, der bei Neubewertungen oft übersehen wird.

Trockentunnel und Bahnführung einer lösungsmittelbasierten Kaschieranlage

Die Entscheidung in drei Fragen

  1. Ist ein Hauptsubstrat porös? Wenn ja, prüfen Sie die Trockenroute zuerst.
  2. Muss der Verbund lebensmittelkonform ohne Rückstand sein? Wenn ja, spricht das für lösungsmittelfrei.
  3. Wie hoch ist der Strompreis und wie streng die VOC-Regulierung? Beides zusammen entscheidet über die Betriebskosten.

Was bei der Abnahme zu prüfen ist

  • Auftragsmenge über die gesamte Arbeitsbreite
  • Verbundfestigkeit nach 24 Stunden und nach sieben Tagen
  • Restlösungsmittel bei der Trockenroute, gaschromatographisch
  • Optik bei Durchlicht, besonders bei Aluminiumverbunden
  • Blocking-Neigung bei gestapelten Rollen

Häufig gestellte Fragen

Kann dieselbe Anlage beide Routen?
Nur als Kombianlage mit Trockentunnel. Reine lösungsmittelfreie Anlagen haben keinen Tunnel.

Ist die Trockenroute grundsätzlich überholt?
Nein. Für poröse Substrate und bestimmte Strukturen bleibt sie die geeignete Wahl.

Was kostet die Umstellung?
Eine neue Anlage. Die Entscheidung ist deshalb langfristig und sollte nicht am Quartalsergebnis hängen.

Weiterführende Seiten

Technik: Kaschiermaschine ohne Lösungsmittel und Leitfaden für lösungsmittelfreie Kaschieranlagen. Folgeprozess: Längsschneidemaschine.

Externe Quelle: Richtlinie 2004/42/EG über die Begrenzung der VOC-Emissionen.


XIAOPAI – autorisierter weltweiter Vertriebspartner von SINSTAR für Kaschieranlagen; Auslegung aus Wenzhou, China.

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Normen und Quellen

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