Die Entscheidung für eine zweite Anlage fällt selten an einem Punkt. Sie entsteht aus einem Bündel von Symptomen: Termine werden knapp, Überstunden häufen sich, eine Sorte blockiert die Linie für einen anderen Auftrag. Die Frage ist dann nicht „brauchen wir mehr Kapazität", sondern „welche Art von Kapazität fehlt".
| Symptom | eigentliche Ursache | zweite Anlage hilft? |
|---|---|---|
| Termine werden knapp bei gleichbleibender Menge | Rüstzeit oder Ausschuss | nein, erst Prozess verbessern |
| Aufträge werden abgelehnt | echte Kapazitätsgrenze | ja |
| eine Sorte blockiert andere | fehlende Entkopplung | bedingt, Puffer hilft zuerst |
| Ausfall einer Anlage stoppt alles | fehlende Redundanz | ja, wenn Ausfallkosten hoch |
Das erste Symptom ist das häufigste und das am häufigsten falsch gelöste. Wer bei knappen Terminen eine zweite Maschine kauft, kauft Kapazität für ein Problem, das in der Rüstzeit liegt – und hat danach zwei Maschinen mit demselben Problem.
Drei Größen gehören auf ein Blatt: die jährlich benötigte Fläche, die verfügbare Kapazität der bestehenden Anlage nach Rüstzeit und Ausschuss, und die Differenz. Ist die Differenz klein, hilft eine bessere Rüstung; ist sie groß, hilft nur Kapazität.
Zusätzlich: Die zweite Anlage erzeugt nicht nur Kapazität, sondern auch Fixkosten – Bedienung, Wartung, Ersatzteillager, Platz. Bei Auslastung unter etwa 60 Prozent ist die Rechnung meist negativ, und Fremdvergabe ist die günstigere Zwischenlösung.
Eine baugleiche zweite Anlage hat einen unterschätzten Vorteil: Bediener können tauschen, Ersatzteile passen, Rezepturen sind übertragbar. Eine größere Anlage liefert mehr Kapazität, verlangt aber eine neue Auslegung und ein neues Ersatzteillager.
Für Betriebe mit vielen Sorten ist die baugleiche Anlage meist die bessere Wahl; für Betriebe mit wenigen, großen Aufträgen die größere.
Ab welcher Auslastung lohnt die zweite Anlage?
Wenn die erste über längere Zeit über 80 Prozent liegt und Ablehnungen dokumentiert sind. Vorher ist der Prozess der Hebel.
Lohnt Fremdvergabe als Zwischenlösung?
Ja, wenn die Spitzen wenige Wochen pro Jahr betreffen. Sie kostet Marge, aber kein Kapital.
Kann man die zweite Anlage später erweitern?
Meist nicht wesentlich. Die Auslegung sollte deshalb den mittelfristigen Bedarf abdecken.
Technik: Kaschiermaschine ohne Lösungsmittel, WRJ i9 Kaschiermaschine und Anlagen und Maschinen.
Externe Quelle: Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.
XIAOPAI – autorisierter weltweiter Vertriebspartner von SINSTAR für Kaschieranlagen; Auslegung aus Wenzhou, China.