Wartung wird meist als technische Aufgabe geführt. Sie ist eine betriebswirtschaftliche: Jede Stunde Stillstand hat einen Preis, jedes Ersatzteil im Regal bindet Kapital, und jede nicht dokumentierte Wartung schwächt im Streitfall die Gewährleistungsposition. Wer diese drei Größen kennt, kann Wartungsintervalle begründen – statt sie aus einem Handbuch zu übernehmen.

| Position | Berechnung |
|---|---|
| Entgangener Deckungsbeitrag | m² pro Stunde × DB pro m² |
| Personal | Bedienerstunden, die weiterlaufen |
| Anlaufverlust | Ausschuss bis zur Wiedererreichung der Parameter |
| Terminfolge | Konventionalstrafe oder Verlust des Folgauftrags |
Die dritte Zeile wird selten gerechnet. Ein Stillstand endet nicht mit dem Neustart, sondern mit dem Erreichen der vorherigen Qualität – und das dauert bei einer Kaschieranlage je nach Produkt zwischen zwanzig Minuten und zwei Stunden.
Präventive Wartung kostet geplante Zeit. Reaktive Wartung kostet ungeplante Zeit, die dreifach teurer ist: Sie fällt im schlechtesten Moment an, sie erfordert Eilversand, und sie erzeugt Ausschuss. Die Entscheidung ist keine Glaubensfrage, sondern eine Rechnung mit den Zahlen aus der Tabelle.
Wo die Rechnung kippt: bei Anlagen mit hoher Auslastung, bei eng getakteten Lieferterminen und bei Produkten, die nach einem Stillstand lange Anlaufzeit brauchen.
Ein Lagerbestand ist gebundenes Kapital. Die richtige Höhe ergibt sich aus drei Faktoren: Ausfallwahrscheinlichkeit, Lieferzeit und Stillstandskosten. Ein Teil mit geringer Ausfallwahrscheinlichkeit, kurzer Lieferzeit und niedrigen Stillstandskosten gehört nicht ins Lager; ein Teil mit langer Lieferzeit und hohen Stillstandskosten gehört hinein, auch wenn es selten gebraucht wird.
Verschleißteile wie Düsen, Dichtungen und Walzen sind der offensichtliche Bestand. Der unterschätzte Posten sind Steuerungskomponenten: Eine Platine mit acht Wochen Lieferzeit kann eine Linie zwei Monate stoppen.
Bei einem Gewährleistungsfall entscheidet die Dokumentation darüber, ob die Ursache beim Hersteller oder beim Betreiber liegt. Ein Wartungsbuch mit Datum, Tätigkeit und Signatur ist dabei mehr wert als eine mündliche Zusage. Fehlt es, wird die Beweislast faktisch umgekehrt.
Praktisch genügt ein Formular mit vier Spalten: Datum, Tätigkeit, Befund, Kürzel. Ausgefüllt beim Ausführen, nicht am Monatsende aus dem Gedächtnis.
Eigenes Personal ist günstiger, wenn die Anlage läuft und die Tätigkeiten wiederkehrend sind. Fremdvergabe ist sinnvoll bei spezialisierten Arbeiten (Steuerungsparametrierung, Walzenrundlauf) und bei Anlagen, die selten laufen. Die Mischform – eigenes Personal für die Routine, Fremdvergabe für die Spezialfälle – ist in der Praxis meist die wirtschaftlichste.
Wie oft sollte man Wartung planen?
Mindestens ein festes Fenster pro Quartal, gebündelt. Vier geplante Stunden sind billiger als vier ungeplante.
Lohnt ein Vollwartungsvertrag?
Bei Drei-Schicht-Betrieb meist ja. Bei Ein-Schicht-Betrieb nur, wenn er auch Verschleißteile abdeckt.
Was gehört ins Wartungsbuch?
Datum, Tätigkeit, Befund, Kürzel. Vier Spalten, konsequent geführt.
Technik: Kaschiermaschine ohne Lösungsmittel und Leitfaden für lösungsmittelfreie Kaschieranlagen. Ersatzteile: Kontakt und Angebot.
Externe Quelle: Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.
XIAOPAI – autorisierter weltweiter Vertriebspartner von SINSTAR; Ersatzteil-Disposition und Wartungsplanung aus Wenzhou, China.