Die beiden Begriffe klingen nach einer Formalie der Normung. Sie beschreiben aber, wie eine Schaltanlage mit einem Störlichtbogen umgeht – und damit eine Frage, die im Normalbetrieb unsichtbar bleibt und im Fehlerfall über Personen- und Sachschaden entscheidet.
| Metallgekapselt | Metallumschlossen | |
|---|---|---|
| Trennung der Funktionen | jede Funktion in eigenem, geerdetem Metallgehäuse | Trennung durch Trennwände innerhalb eines Gehäuses |
| Auswirkung einer Störung | auf das betroffene Gehäuse begrenzt | kann benachbarte Felder erfassen |
| Zugänglichkeit im Betrieb | ein Feld abschaltbar, Anlage bleibt in Betrieb | häufig nur mit größerem Eingriff |
| Platzbedarf | höher | geringer |
| Preis | höher | niedriger |
Der entscheidende Punkt ist die zweite Zeile. Bei einer metallgekapselten Anlage bleibt ein Störlichtbogen in einem Feld; bei einer metallumschlossenen kann er über Öffnungen in benachbarte Felder übergreifen. Für Anlagen mit hoher Verfügbarkeitsanforderung ist das kein Komfortmerkmal.
IEC 62271-200 beschreibt beide Bauarten und verlangt für beide den Nachweis des internen Fehlerlichtbogens – allerdings mit unterschiedlichen Randbedingungen. Eine Anlage kann also normkonform sein und dennoch eine Störung weiterreichen. Normkonformität ist die Untergrenze, nicht die Zielgröße.
Metallgekapselt ist sinnvoll bei Anlagen mit mehreren Einspeisungen, bei denen der Ausfall eines Feldes nicht das ganze System stoppen darf: Rechenzentren, Krankenhäuser, Industrieanlagen mit kontinuierlicher Produktion, Bahnstromversorgung.
Metallumschlossen ist sinnvoll bei kleineren Anlagen mit wenigen Feldern, bei denen ein Ausfall verkraftbar ist und der Platz begrenzt ist: Gewerbeobjekte, kleinere Netzstationen, Nebenverteilungen.
Ist metallgekapselt automatisch sicherer?
Im Fehlerfall ja, weil die Störung begrenzt bleibt. Im Normalbetrieb sind beide gleichwertig, wenn die Verriegelung stimmt.
Kann man eine Anlage nachträglich umbauen?
In der Regel nicht. Die Bauart ist eine Konstruktionsentscheidung.
Woran erkennt man die Bauart?
An der Zahl der geerdeten Metallgehäuse und an der Feldtrennung. Der Anbieter muss es im Datenblatt benennen.
Anlagen: Hochspannungs-Schaltanlage, Vakuumleistungsschalter 12–40,5 kV und Schaltkasten.
Externe Normenquelle: IEC 62271 im IEC Webstore.
XIAOPAI – Hersteller von Schaltanlagen und Vakuumleistungsschaltern in Wenzhou, China.