CE-Kennzeichnung für Übertragungs- und Verteilgeräte: ein Leitfaden für Einkäufer

2026-10-27 09:43 XIAOPAI

CE-Kennzeichnung für Übertragungs- und Verteilgeräte: ein Leitfaden für Einkäufer

Ein CE-Zeichen auf dem Typenschild ist kein Qualitätsnachweis. Es ist eine Erklärung des Herstellers, dass das Produkt die anwendbaren europäischen Richtlinien erfüllt – und diese Erklärung ist nur so belastbar wie die Dokumente, auf die sie sich stützt. Wer Transformatoren, Schalter oder Schaltanlagen aus China für ein EU-Projekt beschafft, sollte deshalb nicht nach dem Zeichen fragen, sondern nach der Konformitätserklärung und den Prüfunterlagen dahinter.

Welche Richtlinie für welches Gerät gilt

GerätAnwendbare RichtlinieHinweis
Niederspannungsgeräte bis 1 kV AC2014/35/EU (Niederspannungsrichtlinie)Gilt für Verteilteransformatoren mit Oberspannung bis 1 kV
Mittel- und Hochspannungsgeräte über 1 kVNicht im Anwendungsbereich der 2014/35/EUProduktsicherheit über nationale Normen und Netzbetreibervorgaben regeln
Geräte mit elektromagnetischen Störungen2014/30/EU (EMV-Richtlinie)Relevant bei Schaltern mit elektronischer Steuerung
Maschinen und Anlagen2006/42/EG (Maschinenrichtlinie)Gilt für Verpackungsmaschinen, nicht für Transformatoren
Elektro- und Elektronikgeräte2011/65/EU (RoHS)Stoffbeschränkungen, Nachweis über Materialdeklaration

Der häufigste Irrtum betrifft Mittelspannungsgeräte: Ein Transformator mit 20 kV Oberspannung fällt nicht in den Anwendungsbereich der Niederspannungsrichtlinie. Wer für ein solches Gerät eine CE-Erklärung nach 2014/35/EU verlangt, verlangt eine Erklärung für eine nicht anwendbare Richtlinie – und erhält sie häufig auch, was die Aussagekraft auf null reduziert.

Was eine Konformitätserklärung enthalten muss

  • Bezeichnung und Anschrift des Herstellers, nicht des Händlers
  • Eindeutige Produktidentifikation mit Typ und gegebenenfalls Seriennummernbereich
  • Liste der angewandten Richtlinien mit Fundstelle
  • Liste der angewandten harmonisierten Normen mit Ausgabestand
  • Gegebenenfalls Angabe einer benannten Stelle und der durchgeführten Konformitätsbewertung
  • Ort, Datum und Unterschrift einer befugten Person

Fehlt einer dieser Punkte, ist das Dokument unvollständig. Besonders häufig fehlen der Normausgabestand und die eindeutige Produktidentifikation – beides ist im Streitfall entscheidend, weil ohne Ausgabestand unklar bleibt, welche Anforderung erfüllt wurde.

Wo in der Kette die Erklärung entsteht

Die Konformitätserklärung wird von dem Unternehmen ausgestellt, das das Produkt in Verkehr bringt. Bei einem Gerät, das in China gefertigt und nach Europa exportiert wird, ist das in der Regel der Hersteller, sofern er im eigenen Namen liefert. Tritt ein Importeur als Inverkehrbringer auf, haftet er für die Erklärung – und muss die technischen Unterlagen beschaffen können.

Für den Käufer ist deshalb wichtig, wessen Name und Anschrift auf dem Dokument stehen. Eine Erklärung, die auf eine Handelsgesellschaft lautet, während das Gerät von einem anderen Werk gefertigt wurde, sagt nichts über die Fertigungsqualität aus.

Typische Lücken in der Praxis

Zeichen ohne Dokument. Das CE-Zeichen ist aufgedruckt, die Erklärung fehlt oder ist ein undatiertes Muster. Erklärung für die falsche Richtlinie. Wie oben beschrieben, häufig bei Mittelspannungsgeräten. Normausgabe veraltet. Eine Erklärung nach einer zurückgezogenen Normausgabe ist formal angreifbar. Baureihe statt Typ. Die Erklärung nennt eine Baureihe, geliefert wird eine Variante, die nicht erfasst ist.

Alle vier Lücken lassen sich vor der Bestellung prüfen, indem das Dokument angefordert und gegen die Bestellposition abgeglichen wird. Der Aufwand beträgt Minuten, der Nutzen kann eine Rückabwicklung sein.

Was bei Nicht-EU-Projekten gilt

Für Projekte in Afrika, Südamerika oder Südostasien ist CE nicht zwingend. Trotzdem verlangen Kreditgeber und Endkunden häufig eine CE-Erklärung als Nachweis der Produktsicherheit. In diesem Fall gilt dieselbe Prüfung: Dokument mit Datum, Normausgabe und Produktidentifikation, ausgestellt auf den Fertigungsbetrieb.

Prüfliste für die Beschaffung

  • Anwendbare Richtlinien für das konkrete Gerät bestimmen, nicht für die Produktgruppe
  • Konformitätserklärung im Original anfordern, nicht als Screenshot
  • Normen mit Ausgabestand prüfen
  • Herstelleridentität mit dem Prüfprotokoll und dem Typenschild abgleichen
  • Bei Schaltern mit Elektronik: EMV-Prüfbericht anfordern
  • RoHS-Materialdeklaration für die gelieferte Ausführung

Häufig gestellte Fragen

Braucht ein 20-kV-Transformator ein CE-Zeichen?
Nicht nach der Niederspannungsrichtlinie, da diese nur bis 1 kV gilt. Andere Richtlinien können anwendbar sein; die Produktsicherheit wird über Normen und Netzbetreibervorgaben geregelt.

Wer haftet, wenn die Erklärung falsch ist?
Der Aussteller der Erklärung. Deshalb ist die Identität des Ausstellers wichtiger als das Zeichen selbst.

Reicht eine Erklärung für eine ganze Baureihe?
Nur wenn die gelieferte Variante von der Erklärung erfasst ist. Bei Abweichungen in der Ausstattung ist eine ergänzende Erklärung erforderlich.

Weiterführende Seiten

Baureihen: Transformatoren 6–35 kV und Leistungsschalter Mittelspannung. Auslegung: Transformator-Auswahlleitfaden.

Externe Quellen: Richtlinie 2014/35/EU, Richtlinie 2014/30/EU und Richtlinie 2011/65/EU.


XIAOPAI – Hersteller von Transformatoren, Vakuumleistungsschaltern und Schaltanlagen in Wenzhou, China; Dokumentation für EU-Exportprojekte.

Passende Produkte

Normen und Quellen

Verwandte Beiträge

Spitzname:
Inhalt:
Codes:
Abschicken
Kommentar
Kontakt
Telefon +8613806536768
WhatsApp
-