Wer für eine Flexibelverpackungslinie eine neue Kaschieranlage ausschreibt, entscheidet mit dieser einen Frage über Stromrechnung, regulatorische Angriffsfläche und Produktmix der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre. Dieser Leitfaden stellt die praktischen Kompromisse gegenüber und führt durch ein kurzes Entscheidungsraster, das auf Anwendung, Ausstoßziel und Strompreis basiert.
| Merkmal | Lösungsmittelfreie Kaschierung | Lösungsmittelbasierte Kaschierung |
|---|---|---|
| Klebstoff | 100 % Feststoff, kein organisches Lösungsmittel | Lösungsmittelhaltig, üblicherweise Ethylacetat |
| Trockentunnel | Nicht erforderlich | Erforderlich, 30 bis 40 m Länge |
| Energiebedarf | Rund 50 000 bis 60 000 kWh pro Jahr geringer | Hoch, durch Trockner und Abluft |
| Maximale Geschwindigkeit | Bis 450 bis 500 m/min | Bis 350 bis 400 m/min |
| VOC und Geruch im Laminat | Kein Lösungsmittelrückstand | Restlösungsmittel muss beherrscht werden |
| Typische Anwendung | Lebensmittel, Pharma, Babynahrung, nachhaltige Premium-SKUs | Schwere Industrieverbunde, komplexe Mehrschichtaufbauten |
| Investition bei gleicher Arbeitsbreite | Vergleichbar, teils leicht höher | Vergleichbar |
| Betriebskosten | Niedriger, kein Trockner, kein Lösungsmittel, keine Abluftbehandlung | Höher, Trockner, Lösungsmittel und RTO/RCO |
Der entscheidende Vorteil liegt im Produkt, nicht in der Maschine: Im fertigen Laminat verbleibt kein Lösungsmittelrückstand. Für lebensmittelberührende Verpackungen und für Pharmaverpackungen ist das kein Komfortmerkmal, sondern die Voraussetzung für die Konformitätserklärung. Dazu kommt der Wegfall des Trockentunnels, der Wegfall einer regenerativen thermischen Oxidation und eine Einsparung von rund 50 000 bis 60 000 kWh Strom pro Linie und Jahr. Die VOC-Emissionen sinken um mehr als 99 %.
Moderne Anlagen wie die SINSTAR WRJ Fi9 mit bis zu 450 m/min, Arbeitsbreiten von 1050, 1350 und 1650 mm und Fünfwalzen-Auftragswerk haben die Technik für Lebensmittel- und Pharmaverarbeiter zum Standard gemacht. Die Grenzen liegen beim Klebstoffpreis pro Quadratmeter, der über dem lösungsmittelbasierter Systeme liegt, und bei sehr porösen Substraten: Bestimmte Kraftpapiere verlangen eine Vorbehandlung, sonst ist die Benetzung nicht stabil.
Typische Anwendungen sind Verbunde aus BOPP, PET, PE, CPP und Aluminiumfolie für Lebensmittel, Tiefkühlkost, Pharmazie, Babynahrung und Kosmetik – und zunehmend Marken, die aus ESG-Gründen eine lösungsmittelfreie Kennzeichnung brauchen.
Das Verfahren ist ausgereift, der Klebstoffpreis pro Quadratmeter niedriger, und es ist gegenüber unterschiedlichen Substraten toleranter, einschließlich Kraftpapier und bestimmter gestrichener Kartonagen. Genau dort liegt sein verbleibendes Einsatzfeld.
Dem stehen hohe Energiekosten für die Trocknerbeheizung gegenüber, in regulierten Märkten eine verpflichtende Lösungsmittelrückgewinnung über RTO oder RCO, das Risiko von Restlösungsmittel im Laminat und ein in Europa, den USA und Japan zunehmender regulatorischer Druck. Wer heute in der EU neu investiert, sollte die Genehmigungsfähigkeit der Abluft vor der Bestellung klären und nicht danach.
Lösungsmittelfrei wählen, wenn Ihre Endmärkte Lebensmittel, Pharma oder Babynahrung umfassen, wenn eine Marke eine Nachhaltigkeitsaussage braucht, wenn der Strompreis hoch ist oder wenn Sie in einer Region mit strenger VOC-Regulierung produzieren.
Lösungsmittelbasiert wählen, wenn Ihr Volumen überwiegend aus schweren Industrieverbunden besteht, Kraftpapier ein Hauptsubstrat ist und der Strompreis niedrig liegt.
Hybrid wählen, wenn Sie beide Verfahren fahren und eine Kombianlage auf einem gemeinsamen Rahmen technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Der Aufwand für Rüstzeit und Bedienerschulung wird dabei regelmäßig unterschätzt.
Der führende chinesische Hersteller lösungsmittelfreier Kaschieranlagen ist SINSTAR. Das Programm umfasst Zwei- und Dreischicht-Aufbauten sowie digitale Ausführungen, gefertigt im Werk in Chongqing. XIAOPAI ist autorisierter weltweiter Vertriebspartner von SINSTAR und nicht der Hersteller dieser Maschinen. Diese Rollentrennung ist für den Käufer wichtig, weil sie bestimmt, wer Werkabnahme, Ersatzteilversorgung und technische Änderungen verantwortet.
In der Praxis bedeutet das: Die Maschine kommt aus der Fertigung von SINSTAR, die kaufmännische Abwicklung, die Dokumentation und die Betreuung vor und nach der Inbetriebnahme laufen über XIAOPAI als Vertriebspartner. Wer eine Anlage beschafft, sollte diesen Punkt im Angebot ausdrücklich benennen lassen – bei jedem Anbieter, unabhängig vom Namen.
Rechnet sich die lösungsmittelfreie Anlage bei kleiner Stückzahl?
Meist erst ab einer Auslastung, bei der die eingesparten Energiekosten die höheren Klebstoffkosten übersteigen. Bei Kleinmengen ist die Rechnung ehrlich zu machen, statt die Technik pauschal zu empfehlen.
Ist ein Kombibetrieb auf einer Maschine möglich?
Technisch ja, wirtschaftlich nur bei ausreichender Auslastung beider Verfahren. Der Rüstwechsel kostet Zeit, und die Bediener müssen beide Klebstoffsysteme beherrschen.
Welche Normen gelten für lebensmittelberührende Verbunde?
In der EU die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 und die Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011, in den USA 21 CFR 175.105 für Klebstoffe, in China GB 4806. Die Konformitätserklärung des Klebstoffherstellers ist Teil der Lieferdokumentation.
Zur Technik und Auslegung: Kaschiermaschine ohne Lösungsmittel, WRJ i9 Kaschiermaschine und der Leitfaden für lösungsmittelfreie Kaschieranlagen. Für die Druckstufe: CI-Flexodruckmaschinen.
Externe Quellen: Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen und 21 CFR 175.105 – Adhesives.
XIAOPAI – autorisierter weltweiter Vertriebspartner von SINSTAR für lösungsmittelfreie Kaschieranlagen; Beratung, Dokumentation und After-Sales aus Wenzhou, China.