Hochspannungs-Vakuumleistungsschalter: warum eine Typenbezeichnung nicht reicht

2026-10-27 10:40 XIAOPAI

Hochspannungs-Vakuumleistungsschalter: warum eine Typenbezeichnung nicht reicht

Ein Angebot für einen Hochspannungs-Vakuumleistungsschalter kommt meist als eine Typenbezeichnung – und die Typenbezeichnung verbirgt genau den Teil, auf den es ankommt. In einem Rahmen steckt ein Raster aus Optionen: fünf Nennströme gekreuzt mit fünf Ausschaltvermögen. Der VS1 ZN63-12 von XIAOPAI wird genau so veröffentlicht: Nennstrom von 630 A bis 2500 A und Bemessungs-Ausschaltvermögen von 20 kA bis 50 kA auf demselben 12-kV-Dreipol-Rahmen.

Das ist keine Produktvielfalt um ihrer selbst willen. Es bildet zwei Entscheidungen ab, die der Käufer getrennt treffen muss – und sie zu verwechseln ist der teuerste Fehler in dieser Produktgruppe.

Das Raster: Strom und Ausschaltvermögen sind zwei Achsen

NennstromTypisches AusschaltvermögenAnwendungsprofil
630 A20–25 kAAbgänge in Verteilnetzen, kleine Stationen
1250 A25–31,5 kAStandard für Einspeisungen mittlerer Leistung
1600 A31,5–40 kAIndustrieabgänge, Transformatoreinspeisung
2000 A40–50 kAKraftwerks- und große Stationsabgänge
2500 A40–50 kAHöchste Dauerlast bei gleicher Kurzschlussfestigkeit

Der Nennstrom folgt aus der Dauerlast, das Ausschaltvermögen aus dem Kurzschlussstrom am Einbauort. Beide werden getrennt berechnet. Wer das Ausschaltvermögen aus dem Nennstrom ableitet, liegt bei kleinen Netzen mit starkem Transformator daneben – und bemerkt es erst im Fehlerfall.

Warum dasselbe Gehäuse unterschiedliche Zahlen trägt

Die Vakuumkammer ist bei gleichem Rahmen gleich, aber die Kontaktgeometrie, die Anschlussquerschnitte und die Kühlung unterscheiden sich. Ein 2500-A-Gerät hat größere Anschlüsse und eine andere Wärmeabfuhr als ein 630-A-Gerät im selben Rahmen. Das erklärt, warum zwei Angebote mit identischer Typenbezeichnung unterschiedliche Preise haben: Sie beschreiben unterschiedliche Ausbaustufen.

Der dritte Parameter, der gern vergessen wird

Die Schaltfolge. Ein Gerät, das 50 kA einmal schaltet, ist nicht dasselbe wie eines, das 50 kA nach einer definierten Folge schaltet. Nach IEC 62271-100 wird die Kurzschlussfestigkeit über eine Prüffolge nachgewiesen; diese Folge gehört ins Protokoll und ins Angebot.

Was in die Ausschreibung gehört

  • Nennspannung und Isolationspegel nach IEC 62271-1
  • Nennstrom aus der Lastberechnung, mit Berechnung als Anlage
  • Ausschaltvermögen aus der Kurzschussberechnung am Einbauort
  • Schaltfolge und Anzahl der Kurzschlussausschaltungen
  • Einbauform, Feldmaße, Hilfsspannung, Schnittstelle zum Schutz

Häufig gestellte Fragen

Reicht die Typenbezeichnung zur Bestellung?
Nein. Sie beschreibt die Baureihe, nicht die Ausbaustufe. Nennstrom, Ausschaltvermögen und Schaltfolge müssen ausdrücklich genannt sein.

Ist ein höheres Ausschaltvermögen immer besser?
Technisch ja, wirtschaftlich nein. Es kostet Baugröße und Preis; der tatsächliche Kurzschlussstrom entscheidet.

Kann man den Nennstrom nachträglich erhöhen?
Nein, nur durch ein anderes Gerät. Deshalb gehört die Lastprognose in die Planung.

Weiterführende Seiten

Baureihen: Vakuumleistungsschalter 12–40,5 kV, ZW32-24 Vakuumleistungsschalter 24 kV und ZW32-12 Vakuumleistungsschalter 12 kV.

Externe Normenquellen: IEC 62271 im IEC Webstore.


XIAOPAI – Hersteller von Vakuumleistungsschaltern in Wenzhou, China; Baureihen von 12 bis 40,5 kV.

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Normen und Quellen

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